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January

 
 


Lost but not Forgotten

Winner: Yoriichi
 

Eren Falkenheim aus Heide Allajas



Heide Allajas liegt dort, wo Feo aufgehört hat, weiterzugehen. Der Himmel ist blass, als hätte ihm jemand die Farbe entzogen, und der Wind trägt nichts außer alter Erinnerung. Der Sand ist grau und hart, still wie etwas, das schon einmal gestorben ist. Unter seiner Oberfläche bewegen sich die riesigen Skorpionmonster, uralt und langsam, nicht mehr getrieben von Hunger, sondern von einer Pflicht, die älter ist als Worte.

In der Mitte dieser trostlosen Weite klafft das Tor ins Ungewisse. Es ist kein Bauwerk, kein Artefakt, keine Schöpfung von Händen. Es ist ein Riss. Als hätte die Welt an dieser Stelle nachgegeben und niemand hätte es je wieder geschlossen. Es pulsiert schwach, kaum sichtbar, wie ein Herz, das schläft und dennoch jederzeit erwachen könnte. Direkt davor steht Eren Falkenheim.

Er wirkt fehl am Platz und zugleich wie der einzige Grund, warum dieser Ort noch existiert. Sein Gesicht trägt keine Spuren der Jahre. Die Zeit scheint an ihm vorbeizuziehen, als hätte sie ihn übersehen. Seine Augen sind klar und tief, und wenn er jemanden ansieht, fühlt man sich nicht gemessen oder verurteilt, sondern erkannt. Nicht entblößt, sondern verstanden. Er trägt keine Zeichen von Macht, keinen Titel, und doch liegt um ihn eine stille Autorität, die nicht fordert, sondern einfach da ist.

Du erinnerst dich an ihn aus eurer Kindheit. An den Jungen, der schwieg, wenn andere lachten, und der den Horizont betrachtete, als würde er dort Antworten sehen, wo für euch nur Weite war. Ihr habt von Aufbruch gesprochen, von Freiheit, von einem Leben jenseits von Feo. Du bist gegangen. Eren blieb. Nicht aus Schwäche, sondern weil er wusste, dass jemand bleiben musste.

Als das Tor erschien, war Feo nicht bereit, es zu verstehen. Man nannte es eine Bedrohung, einen Fehler, etwas Fremdes, das nicht in diese Welt gehörte. Eren sah etwas anderes. Er erkannte, dass das Tor kein Angriff war, sondern eine Folge. Ein Sammelpunkt für all das, was Feo nicht tragen wollte. Verdrängte Schuld. Nicht getroffene Entscheidungen. Frieden, der auf Kosten anderer erkauft worden war. Alles, was eine Welt nicht fühlen will, sucht sich irgendwann einen Ort.
Heide Allajas wurde dieser Ort.

Eren ging in die Heide, während andere wegsahen. Nicht aus Mut, sondern aus Notwendigkeit. Er betrat das Tor und kehrte zurück. Unversehrt. Zu ruhig. Zu ganz. Die Skorpionmonster ließen ihn passieren. Das Tor wurde stiller. Und Feo begann, zum ersten Mal seit langer Zeit, wirklich zu atmen. Das war der Moment, in dem man begann, ihn zu fürchten.

Man nannte ihn den, der mit dem Abgrund gesprochen hatte. Den, der mit Monstern ging. Den, der etwas geopfert hatte, nur nicht sich selbst. Eren hörte all das und schwieg. Er wusste, dass eine Wahrheit, die zu früh ausgesprochen wird, gefährlicher sein kann als jede Lüge. Hätte er gesprochen, hätte man versucht, ihn zu ersetzen. Hätte das Tor nutzen wollen. Hätte das Opfer geteilt und damit alles zerstört.

Was niemand wusste war, dass sich das Tor nicht schließen ließ. Es verlangte ein Bewusstsein, das blieb. Einen Träger. Eren band es an sich selbst. Nicht durch Magie, sondern durch Entscheidung. Seine Existenz wurde zur Schwelle. Alles, was Feo nicht mehr tragen konnte, floss durch ihn hindurch, statt in die Welt zurückzukehren. Darum alterte er nicht. Darum blieb er stehen, während Jahre vergingen. Nicht, weil er über der Zeit stand, sondern weil er sie für andere trug.

Die Skorpionmonster sind keine Wächter des Tores. Sie sind Überreste früherer Versuche. Wesen, die denselben Weg gingen und daran zerbrachen. Sie erkennen in Eren den Einzigen, der geblieben ist, wo andere gefallen sind. Darum greifen sie ihn nicht an. Darum senken sie ihre Körper, wenn er vorbeigeht. Darum lassen sie jeden in Ruhe, der unter seinem Blick steht.

Wenn du ihm nun begegnest, in dieser grauen Weite, lächelt er kaum merklich. Genau wie früher, wenn er etwas wusste, das dir erst später klar werden würde.

Du hast dein Leben gelebt, sagt er leise. So sollte es sein. Dann richtet er den Blick auf das Tor, das hinter ihm schläft. Ich habe mich entschieden, damit ihr es nicht müsst.

In diesem Moment begreifst du, was Heide Allajas wirklich ist. Kein verfluchter Ort. Kein vergessener Rand der Welt. Sondern ein stilles Versprechen. Solange Eren Falkenheim dort steht, zeitlos, missverstanden und allein, bleibt Feo im Gleichgewicht. Der Frieden dieser Welt trägt einen Namen.

Hier noch ein Bild von Eren Falkenheim in Heide Allaja..



 
 
 
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